Der Klassiker:
die Barkaution

Die Barkaution - was Sie wissen sollten

Grundsätzlich kommen verschiedene Möglichkeiten in Frage, wie Sie eine Mietsicherheit leisten können. Der Klassiker unter den Mietsicherheiten ist die Barkaution. Hierbei zahlen Sie den vereinbarten Kautionsbetrag (in der Regel drei Monatskaltmieten) auf ein Kautions- oder Treuhandkonto, auf das der Vermieter im Falle eines Anspruchs zugreifen darf. Übergeben Sie die Wohnung nach Ihrem Auszug in einem ordnungsgemäßen Zustand und haben keine Mietrückstände, erhalten Sie den eingezahlten Kautionsbetrag zurück. Trotz des Namens „Barkaution“ wird die Kaution in der Regel nicht bar gezahlt sondern überwiesen.

Das Problem mit der Inflation

Das Guthaben auf dem Kautions- oder Treuhandkonto ist zu marktüblichen Konditionen zu verzinsen. Blöd für Sie: da die Zinsen bei fast allen Banken derzeit kaum mehr als 0% betragen, erhalten Sie de facto keine bzw. nur minimale Zinsen auf Ihr Kautionsguthaben. Schlimmer noch: die Inflation mindert den Wert Ihres Guthabens. Zwar bekommen Sie bei Auszug denselben Euro-Betrag zurück, doch wird dieser dann nicht mehr so viel Wert sein wie heute.

Hier ein Beispiel: Sie zahlen 1.000 EUR Kaution und wohnen 20 Jahre in Ihrer Wohnung. Abhängig von der Höhe der Inflation hat sich der tatsächliche Wert Ihres Geldes (der Realwert) folgendermaßen entwickelt:

Durchschnittliche Inflationsrate 2%: 673 EUR Realwert = 67,3% des Ursprungswerts

Durchschnittliche Inflationsrate 4%: 456 EUR Realwert = 45,6% des Ursprungswerts

Da die Inflationsrate aktuell bei fast 8% liegt, sollten Sie große Wertverluste Ihres Kautionsguthabens einplanen. Möchten Sie dies vermeiden, schauen Sie, ob ein Mietkautionsdepot oder auch eine Mietkautionsversicherung für Sie in Frage kommt.

Ratenzahlung

Wichtig zu wissen: Wenn Sie Ihre Mietsicherheit als Barkaution leisten wollen oder müssen, haben Sie per Gesetz die Möglichkeit, die Kaution in drei Raten (zu Mietbeginn und jeweils einen Monat später) zu zahlen (§ 551 Abs. 2 BGB). Dies kann helfen, wenn Sie gerade nicht so viel Geld auf dem Konto haben oder noch auf die Rückerstattung Ihrer vorherigen Kaution warten.

Vor- und Nachteile der Barkaution

Vorteile

  • Die von Vermietern am häufigsten akzeptierte Art der Mietsicherheit
  • Keine über den normalen Wertverlust der Währung hinausgehenden laufenden Kosten

Nachteile

  • Viel Liquidität Ihrerseits nötig (große Einmalzahlung)
  • Durch den stetigen Wertverlust des EURO (Inflation) nimmt der Wert Ihres Kautionsguthabens ab ohne Rendite/Zinsen zu erwirtschaften

Alternativen zur Barkaution

Aktuell gibt es vor allem zwei attraktive Alternativen zur Barkaution: die Mietkautionsversicherung und das Mietkautionsdepot.

Bei der Mietkautionsversicherung bürgt eine Versicherung für Sie. Deshalb brauchen Sie den Kautionsbetrag nicht einzuzahlen. Stattdessen zahlen Sie eine monatliche oder jährliche Gebühr an die Versicherung. So sparen Sie sich die hohe Einzahlung und können das Geld anderweitig nutzen.

Beim Mietkautionsdepot zahlen Sie, wie bei der Barkaution auch, den Kautionsbetrag vollständig ein. Jedoch liegt Ihr Geld nicht auf einem schlecht verzinsten Bankkonto sondern ist in Wertpapiere angelegt. Dadurch profitieren Sie über die gesamte Laufzeit Ihres Mietvertrags von Wertsteigerungen und Dividenden Ihrer Wertpapiere und können so Vermögen aufbauen und sich vor der Inflation schützen.

Fazit

Die Barkaution ist noch immer die verbreitetste Form der Mietkaution. Allerdings sollten Sie sich aufgrund der hohen Inflation bei niedrigen Zinsen aus starke Wertverluste Ihres Kautionsguthabens einstellen. Aus diesem Grund haben Alternativen wie die Mietkautionsversicherung und das Mietkautionsdepot stark an Beliebtheit gewonnen. Bei Interesse fragen Sie Ihren Vermieter einfach, ob er eine dieser Alternativen akzeptiert.